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„Dat Beekfolk“ ... die Familien von der Beeke, ..die Gruppe vom Bach Interessengemeinschaft frühes Mittelalter in Niedersachsen Als rein private Initiative versteht sich das „Beekfolk“ als Vermittler historischem Wissens und archäologischen Fakten in Form einer Realdarstellung. Aus dem Konsens von Historie und realen Funden versuchten wir den heutigen Menschen zu zeigen, wie unsere Vorfahren damals gelebt haben. Im Ausland ist diese Darstellung als „reenactment“ bestens bekannt und anerkannt und langsam findet diese Art der Betätigung auch in Deutschland immer mehr Freunde. Das Beekfolk entstand im Jahr 2004, nachdem wir bereits über 10 jahre als Wikingerdarsteller Erfahrung gesammelt hatten. Damals war es populär diese Zeit darzustellen, da es unter anderem viele gut erschlossene Funde mit den Fundberichten gab und man Sach- und Fachliteratur zu diesem Themengebiet überall kaufen konnte. Mittlerweile gehen immer mehr Reenacter dazu über, regionale Darstellung zu betreiben. Unsere Region,
das alte sächsische Kernland Engern, und unser Kreis Rotenburg Wümme
,der alte Bezirk Wigmodien, stellt den ländlichen Hintergrund, die
Zeit Karls des Großen den zeitlichen für unsere Darstellung. Die Beekeschule, damals unter dem Schulleiter Herrn Hornig, und die Gemeinde Scheeßel selber, konnten als Unterstützer gewonnen werden, um eine Gruppe von 12 Kindern auf den Aufenthalt im „Ribe-Vikinge-Center“ in Dänemark vorzubereiten. Eine Woche lang sollte dort das Leben wie vor 1200 Jahren in einem alten Langhaus nachgelebt werde. Wir haben die Kinder gute fünf Monate zusammen an Wochenenden durch Workshop und Unterrichte vorbereitet. In den Workshops wurde Kleidung genäht, kleine Messer und Essstäbe geschmiedet, Tonwaren hergestellt oder Holzschalen gebeitelt. In den Unterrichten wurde den Kindern Hintergrundwissen über die Sachsen, die Franken und Wikingern beigebracht, für die Friesen haben wir den Gastdozenten Axel Prussat, einen Ausgrabungstechniker aus Leer, gewinnen können. Das Projekt konnte nur stattfinden, weil wir Fachräume der Beekeschule für die Workshops nutzen konnten und sich die Eltern finanziell stark engagierten. Eike und ich (Jörg) haben die Zeit kostenfrei zur Verfügung gestellt, um den Kindern eine seltene Möglichkeit zu bieten, einmal hinter die Kulissen zu blicken und Geschichte praktisch zu erleben. Das Projekt
„leben wie vor 1200 Jahren“ war erst der Anfang, denn mittlerweile
sind wir Stammgäste in Ribe und auf einigen Veranstaltungen in Deutschland
und dem benachbarten Ausland.
Neben regelmäßigen
Aufenthalten während unseres Urlaubs als Gäste im Vikingecenter
Lustrupholm in Dänemark ist dasBeekfolk viel unterwegs: Mittlerweile
unterstützt und unser Kreisarchäologe Dr. Stefan Hessse durch
direkte Information und Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Was heißt nun Beekfolk? Beek ist im
Niederdeutschen der Bach, und entwickelte sich aus dem späten Altsächsisch. Folk finden wir auch heute in unserer Sprache wieder, einmal in Volk und zum anderen in Gefolge. Diese Trennung gab es im Altsächsischen nicht so deutlich. Die Germanen waren recht offen, im Gegensatz zur Rassenlehre der Nazis, die sich gern auf die Germanen berufen. Bei den Germanen war es üblich, dass jeder der mitkämpfte, dazugehörte, gleich wo er herkam. Wer folgte, gehörte also dazu. „De Folk“ war demnach eine Gruppe die ein Zusammengehörigkeitsgefühl prägte, ohne auf die Herkunft zu schauen. Anfänglich waren den germanischen Heiden auch Christen willkommen, man war tolerant anderen Religionen und Anschauungen gegenüber. Dies änderte die Missionspolitik Karls aber, so dass in der Phase der Sachsenkriege die Ahnenverehrer und die Christen unversöhnlich wurden. Erst mit Widukinds Taufe änderte sich das langsam wieder, wobei die Christen den Heiden im Umkehrschluss keine Toleranz aufbrachten und diese Religionsform zerstörten. Somit
bedeutet für uns der Name Beekfolk: Jörg
Scheeßel: Vielen ist Scheeßel schon bekannt, einmal durch das Hurricane-Festival auf dem Eichenring, das jährlich über 40.000 Fans begeistert oder das internationale Trachtenfest, das Scheeßel bis auf den amerikanischen Kontinent bekannt gemacht hat, oder aber durch das Sandbahnrennen, ebenfalls auf dem Eichenring, mit finalen und semi-finalen Rennen . Wem Scheeßel
aber noch nicht bekannt ist, dem sei folgendes gesagt: Wir liegen mit 35m über NN schon recht hoch, die Küsten der Nord- und Ostsee sind aber dank der guten Autobahnanbindungen über A1 und A7 in maximal 2 Std. erreichbar. Die Einwohnerzahl beträgt in der Samtgemeinde ca. 13.000, fast gleichermaßen aufgeteilt in männliche und weibliche Einwohner. Auf der Karte am schnellsten zu finden ist Scheeßel, wenn man das Dreieck Hamburg, Bremen und Hannover zieht und dort fast im Mittelpunkt sucht. Scheeßel ist anerkannter Erholungsort und bietet unter anderem den Meyerhof, das Heimatbundgelände und mehrere Megalitgräber als geschichtliche Besichtigungspunkte. Leider gibt es noch keine Planungen hinsichtlich einer Freilichtanlage, wie zB ein altsächisches Langhaus mit Hofstelle. Diese wäre ein Gewinn für die Gemeinde und den Tourismus. Möglicherweise ist hier Wittorf mit aktuellem Bezug ja schneller. Alles in allem ist Scheeßel eine Reise Wert. Freunden des Frühmittelalters steht unsere Tür nach kurzer Rücksprache immer offen.
Ribe und das Beekfolk Das Projekt „Leben wie vor 1200 Jahren“ war erst der Anfang, denn mittlerweile sind wir Stammgäste in Ribe. Wir haben Bjarne Clement vom Vikingecenter viel zu verdanken, denn er ermöglichte uns erst die Umsetzung dieser Idee. In dem er uns 2005 das Thinghus zur Verfügung stellte und seine gesamte Belegschaft auf uns vorbereitete, machte er den Aufenthalt dort für die Kinder unvergesslich. Die gesamte Anlage war für alle Teilnehmer des Projekts zur Nutzung frei und die dänischen Mitarbeiter halfen uns überall tatkräftig. Zu dem haben die Reenactor, die dort gerade Ihren Urlaub verbrachten, sich ebenfalls um die Kinder gekümmert, so dass niemals wirklich Langeweile aufkam. Am Lehmofen konnten Glasperlen gemacht werden, für die Ribe im Mittelalter berühmt war, es konnte auch geschmiedet werden. Zusätzlich wurde noch unter Anleitung des Schmieds Michael Raseneisenerz verhüttet. Es wurde gezeigt wie einfacher Wikingerschmuck hergestellt wird, die Kinder konnten sich im Nalbinding ausprobieren oder auch Ihre eigene Kleidung durch Bestickungen verschönern. Eine Vielzahl von Aktivitäten machte den Tag kurz und sorgte für viel Abwechslung. Der späte Nachmittag diente meist dazu, gemeinsam das warme Abendessen vorzubereiten. Gemüse putzen oder den Lehmofen vorbereiten gehörte ebenso dazu, wie das reinigen der Tische und das Geschirrabwaschen. Einmal am Tag musste das Haus ausgefegt werden, da es einen Lehmfußboden hatte und die vielen Besucher Unrat und Staub hineinbrachten. Jeder Tag brachte neue Erlebnisse und besondere Eindrücke. Der Kontakt zu den Besuchern aus allen Ecken der Welt machte die Kinder zu dem sehr kommunikativ. Wer dennoch Lust und Kraft verspürte und Aggressionen los werden musste, konnte sich auch im Zweikampf mit Schild und Schwert messen, oder aber hochkonzentriert am Bogenstand seine Fertigkeit beweisen. Die Nähe zur Badehalbinsel Römö gab uns zu dem die Möglichkeit, einmal aus dem Mittelalter auszubrechen und dort schwimmen zu gehen. Im Wikingermuseum in Ribe-Stadt nahm man sich die Zeit, sich den Fragen der jungen Besucher zu stellen Die Dänen bewiesen einmal mehr, dass Dänemark ein besonders kinderfreundliches Land ist! Jedem, der regelmäßig seinen Urlaub in Dänemarkt verbringt und noch niemals im Vikingecenter war, dem sei es ans Herz gelegt dort einmal Halt zu machen. Die Stadt Ribe an sich ist schon interessant, aber für Freunde des Frühmittelalters ist das Wikinger-Museum als auch das Vikingecenter im Vorort Lustrupholm ein Muss. Wer einmal
das Flair einer germanischen Siedlung erleben will, Menschen bei der Verrichtung
alltäglicher Arbeiten beobachten möchte, mittendrin sein mag,
der sollte unbedingt einmal dort hin fahren und sich genug Zeit nehmen,
die gesamte Anlage auf sich wirken zu lassen.
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